Dokumentation auf Basis öffentlicher Medienberichte & AÖF-Zählung · mit historischem Rückblick 1970–2024
Hinweis: Alle Angaben zur Fallliste stammen aus öffentlich zugänglichen Medienberichten und der
AÖF-Medienzählung. Namen werden nur genannt, wenn sie öffentlich berichtet wurden. Es gilt die
Unschuldsvermutung; laufende Verfahren sind als solche gekennzeichnet. Daten ohne Gewähr auf Vollständigkeit.
Die Kategorie „statistische Annahme" zur Religion basiert ausschließlich auf Mehrheitsverhältnissen des
Herkunftslandes und ist keine Aussage über die tatsächliche Religionszugehörigkeit einer Person.
Ungeprüfte Angaben sind gesondert gekennzeichnet. Der historische Rückblick 1970–2024 beruht auf einer
anderen Datenbasis (Todesursachenstatistik) und ist mit der Fallliste nicht gleichzusetzen.
Statistiken nach Jahr
Verteilungen nach Tatjahr (2019–2026), jeweils gestapelt nach Kategorien. Die Balkenlänge entspricht
der absoluten Fallzahl des Jahres; die Segmente zeigen Anzahl und Anteil (per Tooltip).
„Unbekannt/keine Angabe" ist bewusst als eigene Kategorie sichtbar — sie markiert Berichtslücken
in der öffentlichen Berichterstattung.
Tatwaffe aus Freitext-Angaben abgeleitet
Bundesland
Herkunftsland der Täter normalisiert zu Ländergruppen
Religion der Täter berichtet / statistische Annahme
„Statistische Annahme" basiert ausschließlich auf den Mehrheitsverhältnissen des
Herkunftslandes und ist keine Aussage über die tatsächliche Religionszugehörigkeit einer Person.
Bevölkerungsbezug Über-/Unterrepräsentation der Tätergruppen gegenüber der Wohnbevölkerung
RI = Repräsentationsindex (Täteranteil ÷ Bevölkerungsanteil):
1,0 = proportional · > 1 überrepräsentiert< 1 unterrepräsentiert.
„Unbekannt" hat keine Bevölkerungsbasis und daher keinen RI.
Methodik & Vorsicht bei der Interpretation:
Kleine Fallzahlen — bei Gruppen mit einstelligen Fallzahlen über 8 Jahre (z. B. Syrien 5, Türkei 4)
verändert ein einziger Fall den RI massiv; die Werte schwanken stark und sind keine stabilen Risikomaße.
Staatsangehörigkeit ist nicht gleich Migrationshintergrund — Eingebürgerte zählen als
„Österreich", in den Ausländergruppen sind auch in Österreich Geborene enthalten.
63 von 200 Fällen (31,5 %) ohne bekannte Täterherkunft verzerren alle Anteile, falls sie
nicht zufällig verteilt sind. Femizide sind Extremereignisse (~25/Jahr bei ~9 Mio. Einwohnern); Raten pro
100.000 beruhen auf einstelligen Jahresfallzahlen. Herkunftsangaben stammen aus Medienberichten/AÖF-Listen,
nicht aus amtlichen Registern; es gilt die Unschuldsvermutung — die Tabelle beschreibt
mutmaßliche bzw. verurteilte Täter laut Quellenlage.
Quellen: Eurostat, Tabelle migr_pop1ctz (Bevölkerung am 1. Jänner nach
Staatsangehörigkeit, 2019–2025; Werte von Statistik Austria geliefert) · Statistik Austria, Bevölkerungsstand
1.1.2026 (vorläufig). Details: data/population_methodik.md.
Tätersuizid nach der Tat aufgeschlüsselt nach Religion des Täters
Methodik: Die Religionsangabe folgt der Annahme-Ebene dieser
Datenbank — „statistische Annahme" beruht ausschließlich auf den Mehrheitsverhältnissen des
Herkunftslandes und ist keine Aussage über die tatsächliche Religionszugehörigkeit einer Person.
Täter, die nach der Tat Suizid begehen, durchlaufen kein Strafverfahren; die Angaben beruhen daher
auf Ermittlungs- und Medienberichten und nicht auf gerichtlichen Feststellungen.
Ursachen & Kontext
Datenbasis: Medienberichte und Gerichtsberichte. „Unbekannt" ist selbst ein Befund — es markiert
Berichtslücken in der öffentlichen Berichterstattung. Alle Angaben beziehen sich auf alle
dokumentierten Fälle (ungefiltert).
Motiv-Verteilung nach Beleglage
UrteilErmittlungenMedienberichtUnbekannt
Transparenz: Religion der Täter
Aufenthaltsstatus der Täter
Psychiatrische Evaluation
Historischer Rückblick 1970–2024
Andere Datenbasis — nicht gleichzusetzen: Diese Zeitreihe stammt aus der
Todesursachenstatistik (WHO Mortality Database 1970–2001 auf Basis amtlicher Meldungen der
Statistik Austria; ab 2002 Statistik Austria nach ICD-10, aufbereitet in der FH-Joanneum-Studie
„Morde in Österreich 1970–2024", Loidl 2025). Sie zählt Gestorbene mit der Todesursache
„Mord, tätlicher Angriff" — sterbefallbasiert, ohne Täter-Opfer-Beziehung und ohne strafrechtliche
Wertung, also keine Femizid-Statistik. Sie ist mit der Fallliste 2019–2026
(medienbasierte AÖF-Zählung) nicht gleichzusetzen. Die zusätzlich eingeblendete
Eurostat-Reihe (polizeiliche Registerdaten, ICCS0101) liegt regelmäßig über der
Todesursachenstatistik (z. B. 2010: 33 vs. 28 weibliche Opfer) — Grund sind unterschiedliche
Deliktsbegriffe und Meldewege (Anzeigestand statt Sterbefall).
Die Jahre 2025/2026 sind in der Todesursachenstatistik noch nicht verfügbar
(Studienstand: Berichtsjahr 2024); sie werden nachgetragen, sobald Statistik Austria sie veröffentlicht.
Ermordete Frauen pro Jahr Todesursachenstatistik, mit Tötungsdelikten gesamt als Referenz
Die Ansicht „pro 100.000 Einwohner" bereinigt die Zeitreihe um das
Bevölkerungswachstum (7,5 Mio. 1970 → 9,2 Mio. 2024; Bevölkerungsstand jeweils am 1. Jänner,
Eurostat demo_pjan / Statistik Austria). Die Rate bezieht sich auf die
Gesamtbevölkerung; Raten pro 100.000 weiblicher Bevölkerung liegen in
data/history_aggregates.json vor.
Ausgewählte Befunde der IKF-Studie „Untersuchung Frauenmorde" (2010–2020)
59 %
familiärer Kontext
der weiblichen Mordopfer (PKS § 75, 2010–2020) standen in familiärer Beziehung zum Tatverdächtigen — davon 75 % in Hausgemeinschaft.
Quelle: IKF-Studie Haller 2023
¼
jeder vierte Femizid per Schusswaffe
25 von 100 Femiziden (Justizakten 2016–2020); das Messer war inkl. Alltagsgegenstände das häufigste Mordinstrument (36-mal).
Quelle: IKF-Studie Haller 2023
46,9 %
psychische Erkrankung der Täter
aller Femizid-Täter (n = 93); in 24 % der Fälle tatauslösend. Bei 93,5 % der Täter lagen Hochrisikoindikatoren vor.
Quelle: IKF-Studie Haller 2023
74 %
Partnerschaftsmorde
unter den Femiziden 2016–2020 (Beziehung/Ehe oder Ex-Beziehung); bei rund 30 % der Partnerschaftsfemizide war eine Trennung der Anlass.
Quelle: IKF-Studie Haller 2023
Vergleich: männliche und weibliche Opfer
Keine Falldokumentation für männliche Opfer: Für männliche Tötungsopfer
existiert — anders als für Femizide — keine fallweise öffentliche Dokumentation.
Der Vergleich ist daher nur aggregiert möglich: aus der Todesursachenstatistik
(Gestorbene mit der Todesursache „Mord, tätlicher Angriff"; WHO Mortality Database 1970–2001,
Statistik Austria/FH-Joanneum-Studie Loidl 2025 ab 2002), aus der PKS (Eurostat ICCS0101)
und aus der IKF-Studie (Haller 2023). Die männliche Jahresreihe wurde aus der
Sterbetafel-Matrix Abb. 24 der FH-Joanneum-Studie extrahiert (Spaltensumme 2002–2024:
exakt 504, wie in der Studie genannt) und für 1970–2001 aus derselben WHO-Quelle wie die
weibliche Reihe übernommen. Wie die Historie-Reihe handelt es sich nicht um
eine Femizid-Statistik.
Ermordete Männer und Frauen pro Jahr Todesursachenstatistik 1970–2024
Weibliche OpferMännliche Opfer
Die Ansicht „pro 100.000" bezieht jede Reihe auf die jeweilige
Geschlechterbevölkerung (männliche Opfer pro 100.000 Männer, weibliche Opfer pro 100.000
Frauen; Bevölkerungsstand jeweils am 1. Jänner, Eurostat demo_pjan). Die
Trendumkehr ist sichtbar: Bis Mitte der 1990er-Jahre wurden meist mehr Männer getötet,
seit Ende der 1990er-Jahre überwiegend mehr Frauen — weil die männlichen Zahlen stärker
gesunken sind (FH-Joanneum-Studie, S. 77–78).
Befunde zum Geschlechtervergleich (IKF-Studie 2023 und FH-Joanneum-Studie 2025)
2016–2020
durchgehend mehr weibliche Opfer
In Österreich war die Kriminalitätsbelastung durch Tötungsdelikte (pro 100.000, ICCS0101) für Frauen und Mädchen fünf Jahre in Folge höher als für Männer und Buben — auch absolut wurden mehr Frauen getötet. EU-weit ist das Verhältnis umgekehrt (2015–2020: Frauen 0,69 / Männer 1,22).
Quelle: IKF-Studie Haller 2023, Tab. A 54, S. 55 (Eurostat CRIM_HOM_SOFF)
87,1 %
männliche Tatverdächtige
Bei den PKS-Mord(versuchs)fällen mit weiblichen Opfern 2010–2020 (668 von 767; 9,0 % weiblich). Bei Familientaten an Frauen sind es sogar 96,3 % männliche Tatverdächtige.
Quelle: IKF-Studie Haller 2023, Tab. A 10, S. 21; Abb. A 30, S. 29–30
⅔ vs. ⅓
Tatort Zuhause
Zwei Drittel der ermordeten Frauen, aber nur ein Drittel der ermordeten Männer sterben zu Hause (2002–2024). Männliche Opfer werden deutlich häufiger an sonstigen oder nicht näher bezeichneten Orten getötet.
Quelle: FH-Joanneum-Studie Loidl 2025, S. 98
77 : 19
Strangulierung zu Hause
Erhängen, Strangulieren oder Ersticken am Tatort Zuhause 2002–2024: 77 weibliche vs. 19 männliche Gestorbene. Strangulierung betrifft 18,2 % der ermordeten Frauen, aber nur 7,1 % der Männer.
Quelle: FH-Joanneum-Studie Loidl 2025, Abb. 23–25, S. 93–98
9 von 10
Femizid-Täter sind Männer
Justizakten 2016–2020: 137 ermordete Frauen und Mädchen durch 124 Täter:innen — 113 Männer (91,2 %), 9 Frauen, 2 unbekannt. Bei den 100 Femiziden (EIGE-Definition): 93 männliche Täter.
Quelle: IKF-Studie Haller 2023, S. 68, 77, 118–119
16 : 15
Ausnahme Mädchenmorde
Einzige Opfergruppe mit knapper Mehrheit weiblicher Tatverdächtiger: Bei (versuchten) Morden an Mädchen unter 14 Jahren waren 16 von 31 Tatverdächtigen weiblich (vornehmlich familiärer Kontext).
Quelle: IKF-Studie Haller 2023, Tab. A 7, S. 18
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keine externe Kartenbibliothek). Fallzahlen aus dieser Datenbank (Medienberichte/AÖF-Zählung).
Aus den angezeigten (gefilterten) Fällen berechnet. Kategorisierung von Beziehung, Tatmittel und Ausgang erfolgt heuristisch anhand der dokumentierten Freitext-Angaben.